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Achterbahnfahrt des Lebens

Forgotten World Highway

„Das Leben ist kein Problem, das es zu lösen, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt.“ (Buddha)

Das Leben ist manchmal seltsam.

Du befindest dich an einem Punkt, an dem du glaubst, dein Leben im Griff zu haben. Und dann passiert etwas im Leben, womit du nicht rechnest. Und eins führt zum anderen und alles entgleist beinahe. Es ist wie eine Achterbahnfahrt, in schwindelnde Höhen, tief unter die Erde, über Kopf und haarscharf am Absturz vorbei. Und du wünscht dir nichts anderes, als heil am Ziel anzukommen.

Die Achterbahn

Bei Achterbahnfahrten ist das meist der Fall. Du hast keine Kontrolle über spontane Äußerungen der Gefühle, du schreist, du lachst, du krallst dich fest, du schließt die Augen. Doch irgendwann ist auch die rasanteste Achterbahnfahrt vorbei und du kommst wieder an und steigst aus. Doch am Ende hat sich etwas geändert. Die Frisur sitzt nicht mehr so gut. Der Gesichtsausdruck ist eine Mischung aus Fassungslosigkeit, Angst, Freude, Erleichterung und vielleicht sogar ein wenig Traurigkeit darüber, dass die Fahrt bereits zu Ende ist. Du spürst das Adrenalin noch lebhaft durch den Körper fließen und du fühlst dich angenehm lebendig. Du verlässt deinen Wagen, der dich eben noch festgehalten hat, mit merkwürdig wackeligen Beinen und bist froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Vielleicht möchtest du noch einmal fahren, doch wahrscheinlich möchtest du dich erst einmal in Ruhe hinsetzen und vielleicht lieber bei der Achterbahnfahrt anderer Menschen zugucken. Im Geiste gehst du jede Kurve, jede Höhe, jede Tiefe durch und staunst, was diese Fahrt mit dir gemacht hat.

Du hast dich getraut in die Achterbahn zu steigen, obwohl du Angst hattest. Große Angst. Du wusstest nicht, was diese Fahrt mit dir machen würde.

Kontrolle loslassen – Gefühle zulassen

Als du eingestiegen bist, hast du Dinge zurückgelassen. Ob es nun materielle Dinge waren, Menschen in deinem Leben, die am Ziel nicht auf dich warten würden, den Glauben an alte Überzeugungsmuster, Ziele, die du früher hattest. Du hast dich auf das Abenteuer eingelassen.

Doch am wichtigsten ist: Du hast gelernt die Kontrolle loszulassen. Du hast zugelassen, dass das Leben mit dir macht, was es will. Du hast jede Kurve, jede Höhe, jede Tiefe einfach auf dich zukommen lassen.  Weil du gar keine Wahl hattest. Weil du währenddessen nicht aussteigen konntest. Du wusstest, dass du erst ankommen musst an deinem persönlichen Ziel.

Du hast gelernt, Gefühle zuzulassen und diese zu äußern. Du hast gelacht, geschrien, vielleicht geweint.

Deine Begleiter

Du warst nicht alleine in deinem Achterbahnwagen. Manche Menschen hielten dich während der Fahrt fest. Sie haben mit dir gelacht, geschrien, geweint. Sie sind mit dir bis zum Ende gefahren und bei dir geblieben, als du wieder festen Boden unter den Füßen hattest. Du bist froh, dass sie bei dir waren und du vertraust ihnen jetzt noch mehr als vorher.

Doch jetzt, als du angekommen bist, ist dein Leben nicht mehr wie vorher. Von manchen Menschen, mit denen du deinen Achterbahnwagen geteilt hast, haben sich die Wege wieder getrennt. Du weißt nicht, ob du sie wiedersehen wirst und du siehst ihnen mit einem weinenden und einem lachenden Auge nach. Doch du weißt, dass du nicht an allem festhalten kannst und dass sich Wege manchmal später im Leben wieder kreuzen. Besonders wenn man ein Abenteuer miteinander erlebt hat.

Ruhige Gewässer

Jetzt, wo du wieder festen Boden unter den Füßen hast, weißt du, dass dein Blick auf das Leben sich grundlegend geändert hat. Alles, was du gelernt hast, lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Du musst nun akzeptieren, dass du dich auf diese Achterbahnfahrt gewagt hast und dass du währenddessen sowohl gewonnen als auch verloren hast. Du musst akzeptieren, dass sich deine Beine wacklig anfühlen und dass sich deine Gefühle erst einmal beruhigen müssen, bevor du in die nächste Achterbahn steigst. Das ist wichtig, damit du dir nicht selbst schadest. Du musst erst einmal die eben erlebte Fahrt verarbeiten und mit Abstand betrachten. Wie wäre es stattdessen mit einer Bootsfahrt über ruhige, tiefe Gewässer? Hier musst kannst du deine Gedanken schweifen lassen und den Blick in die Ferne richten oder die Augen einfach schließen. Keine Angst, die Menschen, die dich während der Achterbahnfahrt festgehalten haben, werden auch mit dir über ruhige Gewässer fahren. Und wenn du am Ufer angekommen bist, fühlst du dich ausgeruht und sicher und weißt, wohin dich deine Beine als nächstes lenken werden. Darauf kannst du vertrauen.

„Lerne loszulassen, das ist der Schlüssel zum Glück.“ (Buddha)

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