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Der innere Pfad

Der innere Pfad

„Wohin du auch gehst, geh mit deinem Herzen.“ (Konfuzius)

Kennt ihr das? Dieses Gefühl, dass man so aus dem Gleichgewicht gekommen ist, dass man gar nicht mehr weiß, wo man eigentlich gedanklich und emotional hinläuft? Dieses Gefühl, dass man es irgendwie geschafft hat, sich im Unterholz seiner Gedanken und Gefühle zu verirren?

Nach außen hin hat sich nichts geändert. Du stehst trotzdem jeden Morgen auf, lebst deinen Alltag mit allen Herausforderungen und Überraschungen und gehst abends wieder ins Bett. Du interagierst mit deinem sozialen Umfeld, löst Probleme, hast Spaß und die ganze Zeit ist was los.

Und plötzlich ist da dieses Chaos im Kopf.

Gefühlschaos. Gedankenchaos. Verwirrung. Was ist passiert? Höchstwahrscheinlich hast du durch die Einflüsse der äußeren Welt den inneren Draht zu dir selbst verloren. Das passiert schneller als man denkt. Wenn man die ganze Zeit auf Achse ist, was in unserer schnelllebigen Zeit mit ständiger Informationsüberflutung und permanenter Erreichbarkeit zur Normalität geworden ist, bleibt kaum Freiraum für den Rückzug in sich selbst. Besonders Hochsensible verlieren das innere Gleichgewicht schnell, da sie mit der Reizüberflutung schlechter klarkommen als Nicht-Hochsensible.

Was tun?

Den inneren Pfad wiederzufinden, kostet Zeit. Zeit, die du dir für dich selbst nehmen musst. Keine Ablenkung hilft da auf Dauer. Klar, kann man Gedanken und Gefühle unterdrücken oder für den Moment vergessen, indem man eine Serie guckt, Freunde trifft oder Alkohol trinkt. Dass das Chaos im Kopf aber wieder zurückkommt, ist so gut wie vorprogrammiert.

Es ist tatsächlich nicht leicht, wieder in Einklang mit sich selbst zu kommen. Folgende 5 Vorschläge helfen aber, deinen inneren Weg wiederzufinden und dich ausgeglichener zu fühlen.

  1. Körperlicher Ausgleich

Zuerst ist es wichtig, Abstand zu nehmen vom Trubel, von äußeren Einflüssen und Ablenkungen. Manchmal hilft es schon, bei einem langen Spaziergang, den Kopf richtig durchpusten zu lassen, eine Runde joggen zu gehen oder sich anderweitig körperlich auszupowern. Das ist nützlich, damit du dich körperlich ausgeglichen und ruhig fühlen kannst. Ein entspannter Körper ist die beste Voraussetzung für einen entspannten Geist.

  1. Sich selbst verwöhnen

Im Anschluss kannst du dir Zeit für eine lange Dusche oder ein Bad nehmen. Beim Duschen jedoch kannst du dir vorstellen, dass das Wasser alle unnötigen Gedanken, Sorgen und Verwirrungen einfach abwäscht und nicht nur deinen Körper, sondern auch deinen Geist von „Schmutz“ befreit. Es tut auch gut, den Körper mit einem gut riechenden Öl oder eine Lotion einzureiben und dabei achtsam zu sein.

  1. Ordnung ins Chaos bringen

Nimm dir einen Zettel und einen Stift und horche in dich hinein. Was fühlst du? Was denkst du? Über welche Probleme grübelst du immer wieder nach? Was verwirrt dich? Wo weißt du nicht weiter? Was belastet dich? Schreibe alles auf. Was auch immer dir in den Kopf kommt, schreibe es auf deinen Zettel. Wenn dir nichts mehr einfällt, versuche Ordnung in deine Gedanken und Gefühle zu bringen. Zum Beispiel kannst du priorisieren: Welcher Gedanke ist besonders wichtig? Welches Problem möchte ich zuerst lösen? Vielleicht kannst du auch Verbindungen zwischen Gedanken und Gefühlen herstellen und so erste Verwirrungen und Probleme lösen. Vielleicht fallen dir aber auch Lösungen ein, die mehr Aufwand erfordern. Wäge ab, welche Lösungen die richtigen für dich sind.

  1. Sei achtsam

Nachdem du logisch und strukturiert vorgegangen bist, ist dir vielleicht schon einiges klarer geworden. Nimm dir nun die Zeit, achtsam zu sein. Begib dich in eine bequeme Position, z.B. Schneidersitz, auf einem Sessel oder liegend und versuche auf deinen Atem zu achten. Gedanken und Gefühle werden kommen. Wenn ein Gedanke kommt, bemerke ihn, doch bewerte ihn nicht und versuche ihn wieder davonziehen zu lassen wie eine Wolke am blauen Himmel. Genauso kannst du mit Gefühlen verfahren. Spüre, welche Gefühle du hast, doch bewerte sie nicht. Alles, was du denkst und fühlst ist in Ordnung. Diese Gedanken und Gefühle sind nicht du selbst, lass sie dich nicht beherrschen.

  1. Spüre in dich

Versuche nun in dich zu spüren und frage dich, was momentan am wichtigsten in deinem Leben ist. Welche Ziele hast du? Was fühlst du wirklich? Wohin führt dich dein innerer Wegweiser? Wenn dir dein Herz Antworten gibt, bewerte sie nicht. Nimm sie an. Wenn du Angst spürst oder Widerwillen, nimm auch das an. Lass dir so viel Zeit dafür, wie du brauchst. Wenn du soweit bist, öffne deine Augen und atme ein paar Mal tief durch. Lass deine Erkenntnisse sinken. Vielleicht hast du auch keine klaren Erkenntnisse, sondern nur das Gefühl, dass du dich wieder ruhiger und ausgeglichener fühlst. Auch das ist in Ordnung. Es ist alles in Ordnung, solange du dir Zeit für dich selbst nimmst. Wenn du magst, schreib diese Erkenntnisse auf.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sehr wichtig ist, sich diese Zeit für sich selbst zu nehmen. Oft tue ich das nicht und alle Erfahrungen, Gedanken und Gefühle, die ich in der letzten Zeit hatte, haben keine Zeit wirklich einen Platz im Bewusstsein zu finden. Sie sind immer präsent, sie wirbeln im Kopf umher und irgendwann ist es einfach weg – das Gleichgewicht.

Wenn du dich in Einklang mit dir selbst fühlst und deinem inneren Weg folgst, wirst du auch die Schwierigkeiten und Herausforderungen des Alltags besser meistern.

„Und wenn wir die ganze Welt durchreisen,
um das Schöne zu entdecken:
Wir mögen es in uns tragen,
sonst finden wir es nicht“
(Ralph Waldo Emerson)

 

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