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Gesund und im Gleichgewicht bleiben

Gesund im Gleichgewicht

„Es kommt darauf an, den Körper mit der Seele und die Seele durch den Körper zu heilen.“  (Oscar Wilde)

Ich gehöre zu den glücklichen Menschen, die so gut wie nie krank im Bett liegen und selbst wenn alle um mich herum niesen und husten und sich eine dicke Erkältung eingefangen haben, spüre ich meist nur leichte Symptome für ein paar Tage, die mich nicht großartig einschränken. Vielleicht bin ich nur mit einem guten Immunsystem gesegnet, aber ich versuche auch täglich viel für meine Gesundheit zu tun.

In diesem Artikel schreibe ich über die Dinge, die meiner Meinung nach essentiell für die Gesundheit sind.

Körperliche und seelische Gesundheit

Gesundheit ist für mich nicht nur körperliche Gesundheit. Ich bin überzeugt davon, dass die seelische Gesundheit  stark mit der körperlichen Gesundheit zusammenhängt. Wenn ich körperlich angeschlagen bin, leidet meine Seele.  Wenn es mir hingegen seelisch schlecht geht, äußert sich das garantiert in körperlichen Symptomen. Da ich hochsensibel bin, verhält es sich bei mir meist so herum, weil mich viele Dinge emotional und seelisch sehr stark mitnehmen. Daraufhin reagiert mein Körper mit Kopfschmerzen, Übelkeit und Appetitlosigkeit. Um gesund zu bleiben, ist es deshalb wichtig, körperlich und seelisch im Gleichgewicht zu sein, was nicht immer einfach ist mit unseren vollgestopften Alltagen, Pflichten, Aufgaben, Sorgen und Gedanken.

Ernährung

Viele sind davon überzeugt, dass sie sich mit sehr gesunder Ernährung auch gesund halten können. Heutzutage gibt es unglaublich viele Ernährungs- und Diättrends, es gibt sogenannte Superfoods und Nahrungsergänzungsmittel, die angeblich Wunder bewirken können. Ich halte es da einfacher. Ich folge keinem bestimmten Trend, sondern ich esse, auf was ich Appetit habe. Ich höre in erster Linie auf meinen Körper, der mir meist sehr genau sagt, was ich brauche. Ich versuche allerdings ein paar Grundregeln zu beachten: Ich esse nur wenig Fleisch und versuche dann lieber Biofleisch zu kaufen. Und ich esse jeden Tag Obst und Gemüse. Aus gesundheitlichen, aber auch aus ethischen Gründen kaufe ich viele Biolebensmittel, die (hoffentlich) weniger von Pestiziden belastet sind. Ansonsten esse ich, was ich möchte und so viel ich möchte. Wenn man lernt, auf seinen Körper zu hören, kann es meiner Meinung nach nicht passieren, dass man sich den ganzen Tag von Süßkram ernährt oder nur fettiges Zeug in sich hineinstopft. Ich habe genauso Lust auf einen frischen Salat wie manchmal auf ein Stück Kuchen. Superfoods sind sicherlich nicht schlecht und ich probiere sie auch gerne aus. Aber ich glaube nicht, dass sie wirklich gesünder machen können. Nur als Teil einer ausgewogenen Ernährung machen sie meiner Meinung nach Sinn. Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamine, Zink etc. sind normalerweise unnötig, wenn man sich ausgewogen ernährt. Sinn machen sie eigentlich nur, wenn man aufgrund von Schwangerschaft, Krankheit oder Leistungssport einen erhöhten Bedarf an bestimmten Nährstoffen hat.

Achtsamkeit

Um zu lernen auf den Körper, aber auch auf die Seele zu hören, ist es notwendig Achtsamkeit zu üben. Wenn man den ganzen Tag gestresst ist und tausend verschiedene Dinge zu erledigen hat, wird man sich abends eher ungesundes Fastfood kaufen, durch die Fernsehkanäle zappen und vergessen, in sich hineinzuhorchen. Mein Tag beginnt deshalb mit Yoga. Auch wenn es früh ist, rolle ich vor der Arbeit jedenfalls für ein paar Minuten meine Matte aus und bereite mich körperlich und mental auf den Tag vor. Beim Yoga atme ich bewusst, ich spüre in meinen Körper hinein, versuche Verspannungen zu lösen und die Träume der Nacht abzuschütteln. Nach dem Yoga fühle ich mich deutlich wacher und kann den Herausforderungen entspannter begegnen. Während des Alltags ist es natürlich schwerer, achtsam zu sein. Ich versuche jedoch meine Bedürfnisse nicht zu ignorieren und recke und strecke ich mich regelmäßig, wechsle meine Sitzposition, stehe auf und hole mir einen wärmenden Tee und liefere meinem Körper Energie, wenn sich der Hunger meldet. Körperbedürfnisse zu ignorieren, führt erfahrungsgemäß schnell zu Unkonzentriertheit und körperlichen und seelischen Beschwerden. Um nach der Arbeit den Kopf freizukriegen, gibt es nichts Besseres als Sport: Beim Tanzen und beim Laufen in der Natur kommen Körper und Geist besser wieder ins Gleichgewicht als vor dem Fernseher. Auch das Essen selber zu kochen, kann zur Achtsamkeitsübung werden. Und meistens schmeckt es auch viel besser, als Fastfood oder Tiefkühlpizza.

Wenn der Kopf am Ende des Tages immer noch keine Ruhe gibt, meditiere ich gerne ein paar Minuten. Das hilft oft, um Einschlafschwierigkeiten vorzubeugen.

Persönliche Beziehungen pflegen

Für mich ist es essentiell für die Gesundheit, ein verlässliches Umfeld zu haben. Das bedeutet, dass ich meine engen Beziehungen pflege. Wenn einige Beziehungen nicht gut laufen, beeinflusst mich das emotional stark, weshalb ich stets darum bemüht bin, Konflikte schnell zu lösen und Probleme ehrlich anzusprechen. Wenn es mir nicht gut geht, bin ich froh, wenn mich mein Umfeld auffangen kann und wenn ich Menschen habe, mit denen ich über meine Sorgen sprechen kann. Oft hilft das mehr, als alles in sich hineinzufressen. Gleichzeitig meide ich Beziehungen, die mir Energie rauben. Es gibt mir nichts, wenn ich mich in einem Umfeld nicht wohlfühle. Ich bevorzuge es, meine Zeit mit Menschen zu verbringen, die auf meiner Wellenlänge sind.

Grenzen kennen

Nichts macht schneller krank, als ständig die eigenen Grenzen zu überschreiten. Neben Achtsamkeit, gilt es hier zu wissen, was mir guttut und was mich schnell an meine Grenzen bringt. Durch meine Hochsensibilität ist meine Reizgrenze sehr schnell erreicht. Deshalb meide ich beispielsweise Veranstaltungen mit vielen Menschen und lauter Musik und versuche mir Tage ohne irgendwelche Termine zu gönnen. Mich stresst es sehr, wenn ich in meinen Terminplan gucke und jeden Tag etwas anderes vorhabe. Wenn ich mir zu viel vorgenommen habe, bin ich bei vielen Dingen nur noch halbherzig dabei und kann nichts davon richtig genießen, weil ich mir eigentlich nur wünsche mit einem guten Buch auf dem Sofa zu liegen. Ich bin dann schnell gereizt und müde und bekomme Kopfschmerzen. Ich musste erst lernen, meine eigenen Grenzen zu erkennen und versuche nun möglichst, diese nur selten zu überschreiten. Dies kommt nicht nur mir selbst, sondern auch meinem Umfeld zugute, weil ich dadurch deutlich ausgeglichener bin und eine positivere Ausstrahlung habe.

Die Kraft der Natur nutzen

Zu guter Letzt glaube ich daran, dass die Entfremdung von der Natur uns krank machen kann. Oft merke ich erst in der Natur, weit weg vom Lärm und Trubel der Stadt, wie ich das erste Mal seit Wochen richtig durchatmen kann. Ich fühle mich dann unglaublich frei und glücklich und nehme mir jedes Mal fest vor, irgendwann auf dem Land zu leben. Besonders gerne mag ich den Wald. Bäume sind für mich der Inbegriff der Stärke und Gesundheit. Es gibt unglaublich alte Bäume, die schon hunderte Jahre da stehen und alles Mögliche überstanden haben. Auch machen mich Blumen sehr glücklich, besonders wenn im Frühling die ersten Schneeglöckchen und Winterlinge ihre Köpfe aus dem Boden stecken. Blumen repräsentieren für mich die Hoffnung und die Schönheit der Welt und ich kann mich immer wieder an ihnen erfreuen. Außerdem gibt es für mich nichts Besseres als nach einem langen grauen Winter die ersten warmen Sonnenstrahlen im Gesicht zu spüren. Die Sonne gibt mir mehr Energie und Vitalität als jedes Superfood.

Ich bin sicher, dass mich all diese Dinge gesund halten. Sich und seine Bedürfnisse zu kennen, ist enorm wichtig, um einen starken Körper und eine starke Seele zu haben. Und wenn ich doch mal krank bin, weiß ich ja, dass ich es meistens nicht lange dauert bis ich wieder gesund bin.

„Gesundheit ist der Sonnenschein der Seele“.  (Edward Young, 1683-1765, englischer Satiriker)

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