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Sicherheit in mir selbst finden

Sicherheit

„Ganz sicher sein heißt sich laut irren“. (Ambrose Gwinnett Bierce)

Sicherheit im Außen?
Viele Menschen sind davon überzeugt, dass sie Sicherheit im Außen finden würde. Sie denken, wenn sie nur alle Regeln befolgen würden, wenn sie nur eine gute Abiturnote, ein abgeschlossenes Studium und einen sicheren Job hätten, dann würden sie sich sicher und gut fühlen.

Sie denken, wenn sie nur eine tolle Beziehung hätten, würden sie sich sicher und aufgehoben fühlen. Sie denken, wenn sie ein nettes Umfeld mit treuen Freunden hätten, wären sie sicher.

Sicher ist nur Veränderung
Doch viele erlernen erst im Laufe des Lebens, dass es keine Sicherheit im Außen gibt. Das Leben ist im stetigen Fluss. Das einzige, was also sicher ist, ist die ständige Veränderung. Ich habe mittlerweile einen Job, doch ist dieser Job sicher? Durch Veränderungen im Unternehmen, durch einen groben Fehler meinerseits oder andere unvorhersehbare Gründe könnte ich diesen Job verlieren und arbeitslos werden.

Beziehungen zwischen Menschen verändern sich zudem ständig. Ich bin unglaublich dankbar für meine treuen Freunde, die mich schon viele Jahre durch mein Leben begleiten und habe Hoffnung, dass die meisten davon in meinem Leben bleiben. Doch zugleich musste ich schmerzhaft erfahren, dass Menschen in meinem Leben auch kommen und gehen. Manchmal gibt es Konflikte, die man nicht lösen kann, ohne Menschen zu verlieren.

Zudem habe ich festgestellt, wie fragil meine Gesundheit ist. Ich kann dankbar sein, dass mein Körper mich bis heute durch mein Leben getragen hat, ohne ernsthaft krank zu werden. Doch weiß ich auch, dass es nicht selbstverständlich ist. Ich habe festgestellt, dass bestimmte äußere Faktoren auf Dauer krank machen können und dass bestimmte Dinge nicht durch ein Medikament zu heilen sind.

Sicherheit im Inneren
Seit erst relativ kurzer Zeit ist mir klargeworden, dass ich diese Sicherheit nur –  und zwar ausschließlich – in mir selbst finden kann. Ich bin von der Geburt bis zu meinem Tod in meinem Körper und muss mit mir klarkommen. Was habe ich also davon, wenn ich mich unterwegs selbst verliere und versuche, Sicherheit in äußeren Faktoren zu finden, die sich in beständigem Wandel befinden? Ich werde wieder und wieder scheitern.

Es ist Zeit, sich mit mir selbst auseinander zu setzen. Worauf kann ich vertrauen? Liebe ich mich? Stelle ich mich selbst auch mal an erste Stelle oder stehen dort immer andere Menschen? Handle ich in meinem Sinne oder in dem Sinne anderer? Erfülle ich meine eigenen Träume oder erfülle ich die Träume anderer? Beherrschen mich gewisse Gefühle wie Angst oder Wut und verhindern, dass ich selbstbewusst und aus Liebe heraus Entscheidungen treffe?

Sich eins fühlen mit der Welt
Lange Zeit war ich innerlich komplett verloren. Ich habe mich so fest an Dinge im Außen geklammert, dass es mich jedes Mal bis aufs Äußerste erschüttert hat, wenn eines dieser Dinge aus dem Lot kam. Ich habe mich gefragt, warum ich solche Angst vor dem Leben hatte und vor unbekannten Situationen: Die Antwort ist mir nun klar. Ich hatte keine Sicherheit in mir selbst. Wie sollte ich also vertrauensvoll einer neuen Lebensphase entgegenblicken, wenn ich gefühlt nichts hatte, wenn ich mit mir selbst war?

Seitdem habe ich ein Hauptziel: Ich will Sicherheit. In mir drin. Ich will mich im Spiegel ansehen, mich anlächeln und wissen, dass ich mich selbst nicht verliere. Dass ich für mich selbst da bin, auch wenn die Welt um mich herum im Chaos versinkt. Auch wenn dort sonst niemand ist, der mich festhält. Ich will lächeln angesichts des Wahnsinns dieser sich rasant drehenden Welt und wissen, dass alles gut wird. Weil ich mir selbst vertraue und weiß, wie ich Energie tanken kann und wie ich Dinge wieder ins Lot bringen kann. Ich möchte, dass ich Entscheidungen fälle, weil sie für mich richtig sind und mir herablassende oder übel gemeinte Kommentare dazu nicht mehr zu Herzen nehmen. Ich möchte, dass ich jeden Tag aus vollem Herzen lachen kann und in jedem Tag etwas Schönes finden kann. Kurzum: Ich möchte mich eins fühlen mit dieser Welt, die Veränderung annehmen und daran wachsen.

Auf der Yogamatte oder während der Meditation kann ich diese Einheit manchmal spüren. Dann schmelzen die Ängste und Sorgen einfach dahin, ich atme und bin mit mir selbst. Ich spüre dann: Ich bin sicher. Mir kann nichts passieren. Ich habe Vertrauen.

„Es macht Freude, in einem vom Sturm gepeitschten Schiff zu sein, wenn man sicher ist, dass es nicht untergehen wird.“ (Blaise Pascal)

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